Samstag, 1. Juli 2017 (wolkig, 18 bis 22 Grad, schöner, sehr windiger Sommertag), Ismaninger Speichersee, Ostbecken, Trattmoos, Abfanggraben, 10 bis 17 Uhr
Das schöne Wetter lockt. Ich nehme mein Rad mit in die S-Bahn. Vom Bahnhof Grub sind es cirka sechs Kilometer zum Ismaninger Speichersee. Beeindruckende Wolkenformationen (Bild) ziehen über mich hinweg. Während meiner Fahrt durch die Dörfer höre ich das Tschilpen der Haussperlinge und freue mich über die Mehl- und Rauchschwalben, die geschickt ihre Runden über den Häusern fliegen. Kurz nach Landsham sitzen auf einer Stromleitung junge Rauchschwalben (Bilder). Statt der blutroten Kehle der adulten Vögel weisen sie eine deutlich hellere, rötlich bis bräunlich getönte Kehle auf. Auch die Schwanzspieße sind noch kurz und stumpf. Der Platz auf der Leitung ist ihr Treffpunkt und es herrscht ein beständiges Hin- und Herfliegen. Um die Jungen satt zu bekommen, sind die Elternvögel in der Zwischenzeit auf Insektenjagd. Einmal kann ich eine Fütterung (Video > Youtube) beobachten, obwohl sie sehr schnell vonstatten geht. Im Gegensatz zu den Mehlschwalben jagen Rauchschwalben in tieferen Luftschichten, in einer Flughöhe von etwa sieben bis acht Metern.
Rauchschwalben bauen ihre offenen, schalenförmigen Nester in Ställen oder Scheunen. Sie benötigen nur ein gekipptes Fenster, um hineinzugelangen. Den Namen »Rauchschwalbe« haben sie bekommen, weil sie in früheren Zeiten durch Giebelöffnungen, durch die auch der Rauch des Herdfeuers abzog, eingeflogen sind.
Nach dieser schönen Beobachtung radle ich weiter zum Speichersee. Über mir kreist ein Schwarzmilan (Bild), der hier nicht oft zu sehen ist. Ein besonders schönes Kampfläufer-Männchen (Bild) mit hellem Gefieder im Kopf- und Brustbereich ist heute auf der kleinen Insel im Ostbecken anzutreffen. Auch hält sich hier eine sehr junge Lachmöwe (Bild) auf. Von Juni bis September tragen diesjährige Lachmöwen ein sehr auffälliges braun-weiß-gemustertes Gefieder. Weitere Kennzeichen von Jungvögeln sind der gelbliche Schnabel mit dunkler Spitze, die fleischfarbenen Beine und die schwarze Schwanzendbinde. Bis zu ihrem hellgrau-weißen Erwachsenenkleid mit dem schokoladenbraunen Kopf braucht es noch zwei Jahre.
Ich beschließe, bis zum Ende des Süddammes zu fahren. Je weiter ich nach Osten vorankomme, desto üppiger und schöner präsentiert sich die Vegetation (Bilder). Ein wunderbarer Duft weht mir entgegen. Zwischen wildem Thymian, Lichtnelken und vielen anderen Pflanzen, die ich leider nicht kenne, fliegen Libellen und Schmetterlinge umher. Toll.
Weiterer Artikel zu den Rauchschwalben > Juli 2016.
Vogeltagesliste: Höckerschwan, Graugans, Stockente, Kolbenente, Reiherente, Zwergtaucher, Haubentaucher, Kormoran, Schwarzmilan, Mäusebussard, Baumfalke (2), Blässhuhn, junger Rotschenkel oder Bruchwasserläufer(?), Kampfläufer (1), Regenbrachvogel, Lachmöwe, Mittelmeermöwe, Ringeltaube, Mauersegler, Rauchschwalbe, Mehlschwalbe, Bachstelze, Wiesenschafstelze, Gebirgsstelze, Singdrossel, Wacholderdrossel, Amsel, Mönchsgrasmücke, Drosselrohrsänger (1), Sumpfrohrsänger, Gelbspötter, Zilpzalp, Grauschnäpper, Rabenkrähe, Star, Haussperling, Feldsperling, Buchfink, Stieglitz, Grünfink, Rohrammer, Goldammer
















